Im Rahmen des Transformationsprozesses des Erzbistums Paderborn kamen die Mitglieder des Rates der Pfarreien sowie aller Kirchenvorstände des Pastoralen Raumes Werl zu einem gemeinsamen Austausch zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, ob der künftige Seelsorgeraum Hellweg aus einer gemeinsamen Pfarrei oder aus drei eigenständigen Pfarreien bestehen soll.
Zu Beginn wurden die bisherigen Schritte des Transformationsprozesses vorgestellt. In der Präsentation wurden dabei sowohl die Position des Erzbistums als auch das bereits bestehende Votum der Gremien des Pastoralen Raumes gegenübergestellt. Diese unterschiedlichen Sichtweisen bildeten die Grundlage für die anschließenden Gespräche und Beratungen.
Dabei wurden die Überlegungen des Erzbistums vorgestellt, die für die Bildung einer einzigen Pfarrei im neuen Seelsorgeraum sprechen. Als Gründe wurden unter anderem klarere Zuständigkeiten, vereinfachte Verwaltungsabläufe und eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb des Seelsorgeraumes genannt. Gleichzeitig wurden die Gründe erläutert, die die Gremien des Pastoralen Raumes in ihrem bisherigen Votum für die Bildung von drei Pfarreien angeführt haben. Die unterschiedlichen Positionen wurden im weiteren Verlauf des Abends aufgegriffen und diskutiert.
Im anschließenden Austausch wurden insbesondere die Gründe erörtert, die aus Sicht vieler Beteiligter vor Ort für die Beibehaltung von drei Pfarreien sprechen. Dabei wurde die Nähe zu den Menschen hervorgehoben. Viele Teilnehmende sahen in überschaubaren Strukturen eine wichtige Voraussetzung, um ehrenamtliches Engagement zu stärken und die Handlungsfähigkeit der Gemeinden zu erhalten. Zudem wurde auf die unterschiedlichen Sozialräume innerhalb des künftigen Seelsorgeraumes verwiesen, die jeweils eigene Herausforderungen, Traditionen und pastorale Schwerpunkte mit sich bringen. Auch die Bedeutung lokaler Identität und gewachsener Bindungen spielte in den Wortmeldungen eine wichtige Rolle.
Die Gesprächsphase war geprägt von einem ruhigen und respektvollen Miteinander sowie gegenseitigem Zuhören. In Kleingruppen und im Plenum wurden Fragen, Eindrücke und Einschätzungen ausgetauscht. Dabei wurden sowohl Chancen als auch Herausforderungen der verschiedenen Strukturmodelle offen benannt und diskutiert.
Die Teilnehmenden brachten unterschiedliche Perspektiven ein und machten deutlich, dass die zukünftige Struktur der Kirche im Seelsorgeraum Hellweg sorgfältig bedacht werden muss. Dabei wurde wiederholt die Sorge geäußert, dass bei einer einzigen großen Pfarrei die Nähe zu den Menschen verloren gehen könnte. Insbesondere in den Tischgesprächen wurde deutlich, dass manche Engagierte ihre zukünftige Mitarbeit kritisch hinterfragen würden, falls es zu einer einzigen großen Pfarrei kommen sollte. Die Frage, wie ehrenamtliches Engagement auch künftig erhalten und gestärkt werden kann, wurde daher als eine zentrale Herausforderung benannt.
Zum Abschluss der Veranstaltung erfolgte eine Abstimmung über das Meinungsbild des Pastoralen Raumes Werl. Von den 52 anwesenden Vertreten stimmten bei 4 Enthaltungen 43 Gremienvertreter für ein Modell mit 3 Pfarreien und 4 für das Modell mit einer Pfarrei im Seelsorgeraum.